Was ist Content Marketing?

content marketing

Wenn es einen Begriff für funktionierendes Marketing in 2016 gibt, dann ist es Content Marketing.

Unternehmen weltweit haben von dieser Strategie gehört oder gelesen und es lässt sich tatsächlich eine starke Zuwendung und Interesse erkennen.

Eine einfache Google Trends Abfrage beseitigt alle Einwände und Zweifel, dass Content Marketing eine der gefragtesten Techniken unserer Zeit ist. Im 4. Quartal 2015 notiert Google Trends einen Zuwachs von über 20%!

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Es gibt kaum noch Unternehmen, die Content Marketing nicht betreiben – oder gibt es die? Womöglich gibt es sie, aber keiner kennt sie.

Und genau das ist der springende Punkt.

Denn Content Marketing ist in unserer Zeit nichts Optionales, sondern ein absolutes Muss.

Unternehmen und Marken, die das erkannt haben, gewinnen das Spiel der Aufmerksamkeit und Nachfrage.

In diesem Blog-Artikel teile ich meine Erfahrung mit Content Marketing und gebe Ihnen ein paar aktionstüchtige Tipps, um Ihre Content Marketing Strategie zu optimieren.

Definition

Was sagt Wikipedia – wie wird das Wort definiert?

Content Marketing ist eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot oder einer eigenen Marke zu überzeugen und sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.

Ich würde diese Definition als sehr akkurat bezeichnen, wobei es wesentlich mehr dazu zu sagen gibt.

„Informierende, beratende und unterhaltende Inhalte“ klingt erstmal sehr unmissverständlich, doch wissen Sie, was das bedeutet?

Es bedeutet folgendes:

  • eine täglich aktualisierte Facebook-Seite
  • ein laufend gefüllter Blog
  • ein kommunikationsfreudiges Profil auf Twitter
  • und andere relevante Plattformen

Aber, es kann auch das bedeuten:

  • Teilen von externen Inhalten

Content Marketing ist eine Technik, die zwar sehr konsistent ist, aber sich aufgrund der technischen Möglichkeiten entwickelt.

Sie glauben nicht, wie wirksam es ist auch Inhalte von „Konkurrenten“ zu teilen.

Wenn es meiner Zielgruppe dient, mache ich das…und ich mache es sehr oft, denn es gibt wirklich gute Inhalte zu finden von verschiedensten Experten zu verschiedensten Themen.

Gary Vaynerchuk meinte in einer seiner Episoden von #AskGaryVee, dass man nicht nur der Songwriter sein muss, um Content Marketing zu betreiben.

Auch ein DJ, der die passenden Titel für die Zielgruppe hat, betreibt effektives Marketing.

Haben Sie schon einmal eine gute Content Marketing Strategie beobachtet?

Eine gute Strategie hört nie auf. Das bedeutet es gibt ständig Nachschub von Content.

Die Vorgehensweise von Orbit Media Studios finde ich herausragend. Im Grunde ist das eine Firma, die Web Design anbietet.

Sie betreiben einen Blog, der ständig gefüllt wird mit neuen Inhalten zu Themen, wie SEO, Social Media, Content Marketing, etc.

Sie sehen, das gehört zwar nicht mehr direkt zum Thema „Web Design“, aber die Zielgruppe, die sich für Web Design interessiert, interessiert sich auch für diesen Themen. Deshalb behandeln sie sie. Und zwar sehr erfolgreich.

Sehr smart!

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Achtung! Eine abrupte Einstellung der Content Marketing Strategie zerstört zwar nicht die Plattform, führt aber zu wesentlich weniger Traffic (Besucher) auf Ihren Profilen, Blogs, etc.

Warum funktioniert Content Marketing?

Content Marketing ist ein Bestandteil von sogenanntem Inbound Marketing.

Was ist Inbound Marketing?

Inbound Marketing

Inbound Marketing funktioniert aus dem Grund, weil es nicht mit Druck arbeitet, sondern mit Sog.

Hubspot’s CEO Brian Halligan erklärt in einem Vortrag den Unterschied zwischen Outbound Marketing und Inbound Marketing.

Dabei vergleicht er sich und seinen Vater – 2 Generationen mit verschiedenen Marketing-Techniken.

Brian Halligan

Nachforschungen zufolge sehen wir täglich über 13.000 Werbebotschaften – merken tun wir uns etwa 4 davon.

Warum ist das so?

Zum einen sind Personen, die ein bestimmtes Medium über längere Zeit konsumieren, werberesistent. So ist es im TV, im Kino und auch im Internet.

Auf der anderen Seite gibt es auch in der „Werberesistenzindustrie“ technologische Fortschritte – wie zum Beispiel Werbeblocker, die einen guten Job leisten.

Ich persönlich bin kein Fan von Werbeblockern, da ich mir gerne Anzeigen anschaue und studiere – ist eine Berufskrankheit. 🙂

Fakt ist aber, dass es Millionen von Menschen nutzen.

Wie also erreicht man diese Menschen? Durch Inbound Marketing!

Wenn Sie für Ihre Zielgruppe informierende, beratende und/oder unterhaltende Inhalte erstellen, sind Sie dem Erfolg ein Stück weit näher, da diese Inhalte nicht nur konsumiert werden, sondern – wenn sie richtig gemacht werden – auch von Ihrer Zielgruppe geteilt.

Und wer ist ein besserer Werbeträger als Ihre Zielgruppe? Niemand!

Wie funktioniert Content Marketing?

Content Markting hat im Grunde 2 wesentliche Bestandselemente.

  1. Erstellung von Inhalten
  2. Promotion

Sind Sie vertraut mit dem Paretoprinzip?

Das Paretoprinzip, benannt nach Vilfredo Pareto, auch Pareto-Effekt, 80-zu-20-Regel, besagt, dass 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 80% die meiste Arbeit.

Dieses Prinzip ist auch im Content Marketing gültig, wenn auch nicht genau mit diesen Prozentzahlen.

Man kann mit einer Abweichung von 5-10% rechnen, jedoch ist es in der Regel so.

Dabei ist zu sagen, dass der Content 20% von der Effektivität der Strategie ausmacht und die Promotion 80%.

Das bedeutet nicht, dass Ihre Inhalte qualitativ schlecht sein dürfen.

Ganz im Gegenteil – wenn Ihre Inhalte keinen Mehrwert liefern und für Ihre Zielgruppe weder informierend noch beratend oder unterhaltend ist, dann konzentrieren Sie sich darauf besseren Content zu erstellen.

Wenn aber Ihr Content top-qualitativ ist, aber nicht konsumiert wird, sind Ihre Bemühungen umsonst.

Ein Beispiel aus der Praxis: In meiner Zeit als Musikproduzent habe ich anfangs die meiste Zeit damit verbracht musikalisch besser zu werden. Und das ist auch gut so, denn das ist die Voraussetzung.

Als ich aber schon auf echtem Profi-Status war und meine Musik-Verkäufe sich trotzdem nicht besser entwickelten bin ich auf das Paretoprinzip gestoßen.

Ich lerne es in der Extremversion von 99/1 kennen.

Aufgrund dessen, dass der Musikmarkt über alle Massen überfüllt ist, trifft diese Zahl tatsächlich zu, wenn nicht sogar extremer.

Als ich angefangen habe Twitter für Content Marketing zu nutzen fing ich an den Markt für mich zu gewinnen. Meine Strategie war exklusive Industrie-News an meine Zielgruppe weiterzuleiten – in unter 140 Zeichen.

Wenn einer meiner A&R’s die Türen öffnete für neue Demos von Artisten – setzte ich sie davon in Kenntnis. Das machte mich zu einem Experten in der Industrie.

Die Aufmerksamkeit, die mir geschenkt wurde, führte letztendlich auch zu supertreuen Kunden für meine Instrumentalmusik.

Ein einfaches Prinzip, jedoch steckt eine Menge Arbeit dahinter…und das ist gut so.

Sehen Sie – vor dem Internet-Zeitalter war es so, dass die Unternehmen mit den großen Taschen sich die Aufmerksamkeit kaufen konnten. Können sie auch heute noch, aber bei weitem nicht so effektiv, wie früher.

Das Internet und soziale Medien sind das beste, dass dem Konsumenten passieren konnte. Und auch den Unternehmen mit dem größten „Goodwill“.

Denn heute entscheidet nicht mehr die TV-Werbung welche Optionen es gibt für neue Möbel.

Sondern die Algorithmen von Google, Facebook, Twitter, Zielgruppenbesitzer und Ihre Fähigkeit mit den Menschen zu kommunizieren.

Fair game – würde ich sagen!

Also tauchen wir ein in die 2 Bestandselemente von Content Marketing.

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Erstellung von Content

Content oder auf Deutsch „Inhalte“ lassen sich in verschiedensten Formen erstellen.

Der erste Schritt ist es, sich zu fragen, welche Plattformen nutzt meine Zielgruppe?

Daraus entsteht die nächste Frage: Welche Art von Inhalt konsumiert sie? Bilder, Blogs, Facebook Videos, YouTube Videos, Tumblr GIFs oder Pinterest Bilder?

Sie wissen es nicht? Dann fragen Sie – Sie glauben nicht, wie effektiv es sein kann seine E-Mail-Liste zu fragen, welche Plattformen sie benutzt und was sie gerne sehen möchte.

Erstellen Sie als nächstes entsprechende Inhalte.

Wichtig ist, dass die Inhalte informierend, beratend und/oder unterhaltend sind. Ansonsten gibt es keinen Reiz für Ihre Zielgruppe sie zu konsumieren.

Mein Blog ist zum Beispiel informierend und beratend. Meine Artikel gehen meist in die Tiefe von verschiedenen Marketing-Themen, da mein Ziel der Experten-Status in der Marketingindustrie ist.

Im Durchschnitt haben diese Artikel 1.000+ Wörter.

Das heißt nicht, dass Sie das auch machen müssen.

Wenn Sie zum Beispiel ein eCommerce betreiben für Frauenkleider, dann sollten Sie auf Pinterest und Instagram präsent sein. Sie sollten diese Plattformen nutzen um Traffic auf einen Blog zu generieren, welcher hoch-visuell ist – nicht viel Text – mehr Bilder und praktische Tipps.

Wenn Sie stattdessen lange Artikel schreiben, verjagen Sie Ihre Zielgruppe.

Tools für die Erstellung Content

Für Blogs empfehle ich ganz stark WordPress, da es eine Open Source Plattform ist und deswegen auch über die meisten Erweiterungs-Ressourcen verfügt. Wie zum Beispiel Templates, Plug-In’s, etc.

Für die Erstellung von Bildern und Grafiken für Social Media empfehle ich Canva, da man in kurzer Zeit und ohne technische Vorkenntnisse sehr gute Ergebnisse erzielen kann.

Welche Content Marketing Tools kennen Sie noch? Hinterlassen Sie ein Kommentar!

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Jetzt kommt der wahrlich schwierige Teil von Content Marketing.

Die Inhalte, die Sie nun erstellt haben müssen Ihre Zielgruppe erreichen.

Was bietet sich da an?

Wir haben schon erwähnt, dass Social Media ein Kanal dafür ist, doch es gibt auch noch:

  • E-Mail-Newsletter
  • andere Blogs
  • Zielgruppenbesitzer
  • in Ihrer Branche einflussreiche Personen

Und da braucht es harte Arbeit.

Wie erreichen Sie Zielgruppenbesitzer und einflussreiche Personen?

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Angenommen Sie betreiben ein eCommerce für Frauenkleider. Sie schreiben einen Artikel „Die Sommertrends für Frauen in der Wirtschaft“.

In diesem Artikel verlinken Sie zu Beiträgen und Studien von Wirtschaftszeitungen, Mode-Blogs und zeigen als Beispiel ein Role Model in dem Bereich.

Es ist sinnvoll diese Zeitungen, Mode-Blogs und das Role Model per E-Mail anzuschreiben, sie davon in Kenntnis setzen, dass Sie von ihren Inhalten begeistert sind und auch in Ihrem Blog verlinkt haben.

Schreiben Sie ihnen, dass es für Sie die Welt bedeuten würde, wenn sie Ihren Artikel auf Twitter teilen oder gar in einem ihrer Artikel darauf verweisen.

Dadurch erhalten Sie nicht nur Backlinks (oder verweisende Links) auf Ihren Blog, sondern gleichzeitig organische Reichweite.

Das ist viel Arbeit, jedoch ist es sinnvoll, da man dadurch seinen Traffic aufbaut – vor allem, wenn man gerade erst startet und keine anderen Traffic-Quellen hat.

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Pflegen Sie eine E-Mail-Liste

E-Mail ist nach wie vor der effektivste Kanal für Traffic.

Das Schöne bei E-Mail-Marketing ist, dass Sie eine richtige Beziehung aufbauen können. Dazu kommt noch, dass es im Vergleich zu anderen Kanälen so gut wie nichts kostet.

Mein Tipp für Sie: Bauen Sie unterhalb (oder innerhalb) Ihrer Artikel ein kostenloses Geschenk für Ihre Zielgruppe ein. Das kann ein e-Paper sein, ein kostenloses Webinar, ein Katalog oder ein Fallbeispiel von Ihrer Arbeit.

Wichtig ist, dass es kostenlos ist und Ihrer Zielgruppe massiven Mehrwert liefern.

Verlangen Sie Name und E-Mail-Adresse für die Anmeldung.

Dadurch erhalten Sie nicht nur E-Mails, die Sie immer wieder mit Inhalten „füttern“ können, sondern können über dieses kostenlose Geschenk (Leadmagnet) sofort Vertrauen aufbauen.

E-Mail-Marketing zählt zu den absoluten Maximierer einer Content Marketing Strategie.

Für die effiziente Durchführung einer Content Marketing Strategie werden Sie früher oder später von Content Marketing Tools Gebrauch machen müssen. Je früher desto besser.

Ben Harmanus von Unbounce hat dazu eine Liste von sehr guten Tools zusammengestellt, die auch ich persönlich empfehlen kann!

Es gibt Agenturen, die sich auf Content Marketing spezialisiert haben. Untersuchen Sie deren Content Marketing und wenn es einen guten Eindruck auf Sie macht, sollten Sie sich entsprechend Beratung einholen!

Fazit

Der Einsatz von Content Marketing ist nicht mehr optional – es sei denn Sie möchten untergehen, wie die meisten neugegründeten Unternehmen.

Es wäre dumm, nicht davon zu profitieren, denn es hat diese Art von Möglichkeit vorher noch nie gegeben. Ich weiß, das klingt hart, aber Sie glauben nicht, wie viele Unternehmen man retten hätte können vor dem Konkurs durch den Einsatz von Content Marketing.

Fakt ist, dass heute nicht nur die Firmen mit den großen Taschen etwas erreichen, sondern die Firmen mit den großen Herzen und smarten Köpfen.

Ich würde gerne wissen, welche Erfahrungen Sie mit Content Marketing gemacht haben – lassen Sie es meine ganze Community wissen in den Kommentaren unterhalb!

Über den Autor

Emanuel Dragomir

Emanuel Dragomir ist der Gründer & Geschäftsführer von edmarketing.at! Seit 2012 hat er über 100 Firmen und Unternehmen persönlich dabei geholfen mehr Kunden zu gewinnen mit Hilfe von Online Marketing. Facebook | Instagram | Twitter

4 comments… add one
  • Hi Emanuel,

    ich bin begeistert. Was für ein toller Artikel mit guten Beispielen aus deiner Karriere, aber auch Beispielen von internationalen Brands.

    Besonders Twitter ist ein extrem unterschätztes Content Marketing Tool! Eigentlich muss es in meine (öffentliche) Liste. Ich habe so viele Marketing-Partner über Twitter generiert – einfach verrückt, dass es in Deutschland so belächelt wird.

    Grüße und weiter so – toller Content,

    Ben

    • Ben, Danke für Deinen Kommentar!

      Twitter ist eines der „echten“ Social Media Plattformen, auf der wertvoller Content das A und O ist!
      Einige meiner besten Projekte sind auf Twitter entstanden. Wer es unterschätzt hinterlässt viel „on the table“ 🙂

      – Emanuel

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