Facebook Retargeting: Erst ab einer Zielgruppe von 1.000 Personen sinnvoll?

facebook-retargeting

Falsche Informationen können zu schlechten Ergebnissen führen.

Ich habe meinen Fans auf Facebook die Möglichkeit gegeben mir ein paar Fragen zu stellen, die ich beantworten soll.

Eine der Fragen war „Ist es wahr, dass Retargeting erst ab einer Zielgruppe von mindestens 1.000 Personen sinnvoll ist?”

Das hört sich für mich so an, als ob das jemand einmal so empfohlen hat und ich bin mir sicher, dass diese Person seine Gründe und Argumente dafür hatte, aber die Erfahrung zeigt mir, dass es anders ist.

Die Antwort dürfte die eine oder andere falsche Information über Facebook Retargeting aus der Welt schaffen.

Was ist Facebook Retargeting?

Zunächst möchte ich allen Lesern nochmal erklären, was Facebook Retargeting überhaupt ist.

Im Grunde ist es eine Technologie, die uns erlaubt Besucher von bestimmten Schlüsselseiten als eigene Zielgruppe abzuspeichern und sie mit einer spezifischen Anzeige zu erreichen.

Die Technologie an sich ist auch simpel erklärt.

Es gibt einen Facebook Retargeting-Pixel, der folgendermaßen aussieht:

facebook-pixel

Diesen Pixel bindet man im Quellcode auf seiner Webseiten ein und Facebook „pixelt“ ab dem Moment des Einbaus alle Besucher, die über einen registrierten Facebook Account verfügen.

Hinweis: Wenn Sie sich mit HTML und JavaScripts nicht auskennen, sollten Sie einen Webmaster den Facebook Pixel einbauen lassen.

Als nächstes hat man die Möglichkeit in der Facebook Werbeplattform bestimmte Seiten auszuwählen, um Zielgruppen-Segmente zu erstellen, die sich „Custom Audiences“ nennen.

custom-audience

Damit können Sie eine Zielgruppe erstellen, die zum Beispiel „Seite X“ besucht hat, aber nicht „Seite Y“.

Unter welchen Umständen diese Eingabe sinnvoll sein kann, besprechen wir gleich.

Warum sollte man Retargeting auf Facebook betreiben?

Es ist allgemein bekannt, dass man online (sowie offline) nicht immer „beim ersten Daten zum Abschluss“ kommt.

Man hält bei einer Lady nicht beim ersten Date um ihre Hand an, denn die Chance, dass sie „ja“ sagt ist sehr gering.

Es muss zuerst Vertrauen aufgebaut werden. Das passiert, indem man sich öfter sieht, trifft und sich austauscht.

Das gilt auch für all’ Ihre Ziele im Internet. Unabhängig davon, ob Ihr Ziel die Sammlung von E-Mail-Leads ist, ein Kauf oder das Aufrufen einer Schlüsselseite.

Aus diesem Grund sollte man potenziellen Interessenten immer wieder versuchen für eine Aktion zu gewinnen.

Vorteile dabei sind:

  • die Zielgruppe ist mit Ihrem Unternehmen bereits vertraut
  • die Durchklicksrate ist wesentlich höher als bei einer „kalten“ Zielgruppe
  • die Klick-Preise sind wesentlich niedriger
  • das Engagement ist wesentlich höher

Die analytischen Statistiken der Facebook Werbeplattform gibt Ihnen zusätzlich sehr akkurate Informationen über Alter, Geschlecht, Interessen, verwendete Geräte und Verhalten Ihrer Zielgruppe.

Diese Informationen können Sie in weiterer Folge dafür nutzen, um Ihre Kampagnen zu optimieren.

Weil man mit Retargeting auf verschiedenen Weisen das gewünschte Ziel erreichen kann, hat es in den letzten Monaten die Werbelandschaft auf den Kopf gestellt.

In welchen Szenarien ist Facebook Retargeting einzusetzen?

Mit Facebook Retargeting kann man sehr kreativ werden und je nach Art von Business kann man es verschieden anwenden.

eCommerce: Bei eCommerce-Seiten und Online-Shops ist der Einsatz von Retargeting super wirkungsvoll, wenn man Nutzer targetiert, die sich ein bestimmtes Produkt angesehen haben, aber noch nicht gekauft haben. Oder sogar in den Warenkorb hinzugefügt haben und noch keine Zahlung durchgeführt haben. In diesen Fällen kann man mit „ähnlichen Produkten“ werben oder sogar mit einem Gutschein.

Blogs: Blog-Betreiber tun sich mit Retargeting relativ leicht, da sie Zielgruppen nach Themen kategorisieren können und ähnliche Blog-Artikel bewerben können. Um über den Blog Leads zu generieren macht es Sinn Leser von bestimmte Artikel zu targetieren und einen Leadmagneten zu ihrem Thema anzubieten im Tausch für die E-Mail-Adresse. Das ist eine gängige Methode im Content Marketing.

Lokale Unternehmen: Auf Facebook haben Sie auch die Möglichkeit E-Mail-Adressen hochzuladen und diese per Retargeting zu erreichen. Lokale Unternehmen haben oftmals mehr Fuss-Verkehr als Webseiten-Besucher und einige Unternehmen praktizieren schon E-Mail-Generierung (zum Beispiel: Vorteilsclub).

B2B: Die B2B-Zielgruppe ist für Retargeting hochinteressant, da bei B2B meistens individuelle Personen als Kunden gewonnen werden und nicht eine Maße. Eine Taktik, die sich bei mir bewährt hat, ist folgende: Ich habe einen Blog-Artikel geschrieben über das Unternehmen, das ich als Kunde gewinnen wollte „Was X besser machen könnte auf Social Media“ und diesen an das Unternehmen gesendet. Alleine dieser Schritt hat mir schon Kunden gebracht. Zusätzlich kann man sie über Retargeting „verfolgen“, falls nicht unverzüglich eine Zusage zum Angebot kommt.

Wie groß sollte die Retargeting-Zielgruppe sein?

Kommen wir also zur ursprünglichen Fragen, ob Retargeting wirklich erst ab einer Zielgruppe von 1.000 Personen sinnvoll ist.

Meiner Erfahrung nach überhaupt nicht.

In den meisten Fällen setze ich Retargeting dafür ein, um meine Blog-Leser für einen Leadmagneten zu gewinnen, indem sie mir Ihre E-Mail-Adresse geben.

Dabei targetiere ich jeweils die Leser eines bestimmten Blog-Artikels, welches in den ersten 2-3 Tagen gerade mal 200-500 Leser erreicht.

retargeting-zielgruppe

Dabei optimiere ich meine Kampagnen für Link-Klicks, sodass ich echte Besucher auf meine Landing Pages bekomme.

Fazit

Facebook Retargeting kann für alle Unternehmen & Marken zu einer gigantischen Traffic-Quelle und Engagement-Booster werden mit der Voraussetzung, dass es richtig angewendet wird.

Dabei sollte man den Kreativitätsfaktor nicht ignorieren, denn Retargeting ist keine neue Methode und auch Ihre Zielgruppen sind mittlerweile werberesistent dagegen. Es sei den die Anzeige – die kreative Umsetzung – überzeugt und zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Wenn Ihre Retargeting-Zielgruppe keine 1.000 Personen umfasst – lassen Sie sich nicht abbringen. Schalten Sie eine Facebook Retargeting Kampagne und experimentieren Sie selbst damit.

An dieser Stelle würde mich interessieren, welche Erfahrungen Sie mit Facebook Retargeting gemacht haben. Hinterlassen Sie einen Kommentar unterhalb!

Über den Autor

Emanuel Dragomir

Emanuel Dragomir ist der Gründer & Geschäftsführer von edmarketing.at! Seit 2012 hat er über 100 Firmen und Unternehmen persönlich dabei geholfen mehr Kunden zu gewinnen mit Hilfe von Online Marketing. Facebook | Instagram | Twitter

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